Es gibt diesen einen Moment beim Kochen, in dem die Hand fast von allein zum gleichen Glas greift. Bei mir ist es seit einer Weile ein kleines Glas mit goldener Würzmischung. Ofengemüse, Kartoffeln, ein Ei, eine Suppe, schnell darüber, fertig. Ich habe das früher fertig gekauft. Bis ich auf die Zutatenliste geschaut habe. Seitdem mische ich es selbst. Es dauert keine fünf Minuten, ich weiß genau, was drin ist, und die Farbe allein macht schon gute Laune.

Selbst gemischt: du entscheidest, was reinkommt
Fertige Gewürzsalze sind praktisch, aber wenn du die Liste drehst, steht da oft mehr als Salz und Gewürze. Trennmittel, Aromen, manchmal Zucker oder Hefeextrakt. Nichts davon brauchst du. Wenn du dein Salz selbst mischst, sind nur die Dinge drin, die du auch reinschreiben würdest. Du bestimmst die Qualität, du bestimmst die Menge Salz, und du kannst auf Bio gehen, wenn dir das wichtig ist. Die DGE nennt als Orientierung etwa sechs Gramm Salz am Tag für Erwachsene. Ein selbst gemischtes Würzsalz ändert daran nichts, aber du hast die Menge selbst in der Hand und schmeckst genauer hin.
Warm, würzig, erdend: die ayurvedische Sicht
Im Ayurveda werden wärmende, aromatische Gewürze traditionell geschätzt. Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma und Bockshornklee gelten in dieser Tradition als wärmend und erdend. Das ist kein medizinisches Versprechen, sondern eine alte Erfahrungslehre, die Gewürzen ihren festen Platz in der Küche gibt. Schön finde ich daran vor allem, dass so eine Mischung das warme, würzige Kochen einfach attraktiver macht. Du musst nicht überlegen, du streust und es schmeckt nach mehr.
Verwendungsideen
Das Goldsalz entfaltet sein Aroma überall dort, wo es warm und herzhaft wird. Über Ofengemüse und Kartoffeln, in Suppen und Eintöpfen, auf einem Ei, in Reis- und Getreidegerichten oder über geröstete Linsen und Kichererbsen. Ich streue es auch gern über einen Klecks Joghurt-Dip oder in die Pfanne zu angebratenem Gemüse. Am meisten kommt es von Herbst bis Frühjahr zur Geltung, aber ehrlich, ich nehme es das ganze Jahr. Im Sommer einfach etwas sparsamer und gern zu gegrilltem Gemüse.
Dosha-Empfehlung
Vata (Trockenheit, Unruhe, schnell fröstelnd): Diese warme, erdende Mischung passt gut. Gönn dir ruhig einen extra Schuss gutes Fett oder Ghee aufs Gericht, das macht es runder. Pitta (Hitze, Schärfe, schnell gereizt): Geh etwas sparsamer mit Paprika und Knoblauch um oder reduziere sie leicht in deiner eigenen Mischung, dann bleibt es milder. Kapha (Schwere, Trägheit, langsamer Start): Du darfst kräftiger würzen, die wärmenden Gewürze tun deiner Mischung gut.
Haltbarkeit und Aufbewahrung
In einem luftdicht verschlossenen Glas, trocken und lichtgeschützt aufbewahrt, hält sich das Goldsalz etwa drei bis vier Monate. Am besten mischst du es in kleinen Mengen frisch an, dann bleiben die Gewürze schön aromatisch. Falls es einmal klumpt, war meist etwas Feuchtigkeit im Spiel, dann genügt kurzes Durchschütteln.

Goldsalz
Kochutensilien
- 1 kleine Schüssel
- 1 Löffel zum Verrühren
- 1 kleines Glas mit Schraubdeckel
Zutaten
- 2,5 TL Steinsalz fein
- 1 TL Paprika edelsüß gemahlen
- 1 TL Knoblauch getrocknet/granuliert
- 1/2 TL Kreuzkümmel gemahlen
- 1/2 TL Koriander gemahlen
- 1/2 TL Rosmarin gemahlen
- 1/2 TL Kurkuma gemahlen
- 1/4 TL Piment gemahlen
- 1/4 TL Bockshornklee gemahlen
Anleitungen
- Alle Zutaten in eine Gewürzmühle geben.
- Kurz mahlen, bis der Rosmarin fein ist und sich alles gleichmäßig vermischt hat.
- In ein sauberes, trockenes Glas füllen und gut verschließen. Trocken und dunkel gelagert hält die Mischung mehrere Monate.
